Arbeit & Politik

Später in den Beruf und früher arbeitslos

Eine Studie ergründet, warum sich bei jungen Menschen der Berufseinstieg weiter verschiebt und was Arbeitslosigkeit in dieser Lebensphase bedeutet.

Die Gruppe der 20- bis 30-Jährigen startet heute im Durchschnitt später in den Beruf als noch vor einem Vierteljahrhundert. Ernst Kistler und Falko Trischler vom Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes) führen dies darauf zurück, dass die Ausbildungen länger geworden sind. Für ihre Studie, die von der Hans Böckler Stiftung gefördert wurde, haben sie Erwerbsbiografien seit Mitte der 1980er Jahre ausgewertet.

Gleichzeitig hat sich im Untersuchungszeitraum der Anteil der Dauerarbeitslosen mehr als verdoppelt, also derjenigen jungen Leute, die mindestens zweieinhalb Jahre ohne Job waren. Nach Einschätzung der Wissenschaftler wird das für die Alterssicherung künftig zu einem echten Problem werden. Auffällig ist, dass die Arbeitslosigkeit nicht nur bei den Geringverdienern, sondern auch bei den Akademikern gestiegen ist. Sie ist damit laut Kistler und Trischler "zur allgemeinen Erfahrung" geworden – mit dauerhaften Nachteilen, weil weder Berufskenntnisse noch relevante Rentenansprüche gesammelt würden. Insgesamt wären auch immer weniger der Unter-30-Jährigen – vor allem Frauen - in Vollzeit beschäftigt.  

Quelle:
Pressemitteilung der Hans Böckler Stiftung

© arbeitsrecht.de – (sh)

Artikel drucken