Arbeit & Politik

Gute Jobchancen für IT-Fachleute

Ungeachtet der Krise am Arbeitsmarkt sind die Jobchancen für IT-Fachleute weiterhin gut.

Darauf haben die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) am 01. März zum Beginn der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover hingewiesen.

Nach BA-Angaben haben im Jahresdurchschnitt 2009 rund 30 600 arbeitslosen IT-Fachkräften rund 22 400 gemeldete Stellen gegenübergestanden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Computer- und Software-Experten sei im Vorjahr gegen den Trend um 2,4 Prozent auf rund 530 000 gestiegen. Wie krisenanfällig die IT-Branche dennoch ist, zeige die Zahl der arbeitslosen Computer- und Telekommunikationsfachleuten. Ihre Zahl stieg im Vorjahr im Vergleich zu 2008 um zehn Prozent - und damit fast doppelt so stark wie in der gesamten Wirtschaft. Betroffen seien vor allem Berufseinsteiger.

Fachkräfte würden immer noch intensiv gesucht, sagte der IT- Experte des VDI, Dieter Westerkamp. Allein für Informatiker gebe es rund 15 000 offene Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Rückgang von 14 Prozent. Westerkamp sprach aber angesichts des Auftragsrückgangs bei vielen Unternehmen von einem guten Wert. Rund 8400 Informatiker seien derzeit als arbeitslos gemeldet. Das Fachwissen in der IT aber sei schnell veraltet. "Wenn man den Zug verpasst, hat man schnell schlechte Karten."

Aufgrund der Krise sind die IT-Investitionen im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Dies wurde in einer VDI-Umfrage unter rund 400 Unternehmen deutlich. Ein Viertel der befragten Betriebe gab an, Stellen gestrichen zu haben. Für das Jahr 2010 gehen aber nur noch zwölf Prozent der Unternehmen aus, voraussichtlich Jobs abzubauen. Elf Prozent der Firmen wollen neue Jobs schaffen. Nur noch 16 Prozent der Firmen sind der Ansicht, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standortes Deutschland bis 2015 verbessert. Im Vorjahr waren es noch 41 Prozent gewesen.

Die Zahl der Studienfänger im Fach Informatik sei im vergangenen Jahr auf knapp 36 000 leicht gestiegen. Allerdings beende fast jeder zweite Studienanfänger sein Studium nicht.

Quelle:
dpa v. 01.03.2010

© arbeitsrecht.de - (ts)

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